Vorschau

Illusion

Adolph Menzel (1815–1905) Atelierwand, 1872 Öl auf Leinwand, 111 x 79,3 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Presseinformation

Mit einer umfangreichen, epochenĂŒbergreifenden Schau beleuchtet die Hamburger Kunsthalle die unterschiedlichen Facetten des Themas Illusion von der Kunst der Alten Meister bis in die unmittelbare Gegenwart. Seit der Antike ist das »Trompe-l'oeil« in der Kunst weit verbreitet und erlebte vor allem in der Renaissance und im Barock eine BlĂŒtezeit. In der Romantik erodierte die Lust an der TĂ€uschung zwar, verschwand aber nie ganz aus dem kĂŒnstlerischen Repertoire und fasziniert KĂŒnstler*innen bis heute. Die Ausstellung zeigt, dass Illusion jedoch weit mehr bedeutet als nur bloße AugentĂ€uscherei. Sie offenbart sich in der (illusionistischen) Selbstliebe des Narziss genauso wie in architektonischen Raumillusionen, im Spiel des Verbergens und EnthĂŒllens ĂŒber die Bildmotive des Vorhangs und der Maske, in der Bedeutung des geöffneten oder geschlossenen Fensters zur Welt sowie in Darstellungen von Visionen und TrĂ€umen. Anhand von rund 150 GemĂ€lden, Zeichnungen, Druckgraphiken, Fotografien, Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten spĂŒrt die Schau den vielfĂ€ltigen Erscheinungsformen von Hyperrealismus, RealitĂ€t, Fiktion, Traum, Verwandlung und TĂ€uschung nach. Zu den Exponaten zĂ€hlen Hauptwerke der Hamburger Kunsthalle genauso wie Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen.

Kunsttheoretische, philosophische und psychologische Positionen von Platon ĂŒber Leon Battista Alberti, Friedrich Nietzsche, Theodor W. Adorno, Sigmund Freud, AndrĂ© Breton und Jean Baudrillard begleiten die kĂŒnstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Thema Illusion und ermutigen dazu, die VerlĂ€sslichkeit der eigenen Wahrnehmung und das eigene Bild der vermeintlichen RealitĂ€t kritisch zu hinterfragen. Sigmar Polke stellte 1976 die provokante Frage: »Can you always believe your eyes?« Vor dem Hintergrund von Fake News und kĂŒnstlicher Intelligenz erfĂ€hrt diese Frage eine neue Brisanz und AktualitĂ€t und es ergeben sich vielfĂ€ltige AnknĂŒpfungspunkte zu heutigen gesellschaftlichen Debatten.  

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e.V.