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Figur und Landschaft

Werke des 19. Jahrhunderts aus zwei Hamburger Privatsammlungen
Henri Joseph Harpignies (1819-1916) Frau auf einem Waldweg (Detail), 1880   Aquarell, 280 x 400 mm Sammlung WormsbÀcher, Hamburg © Foto: Christoph Irrgang, Hamburg

Presseinformation

Mit der Ausstellung FIGUR UND LANDSCHAFT prĂ€sentiert die Hamburger Kunsthalle ein bezauberndes Panorama der Kunst des 19. Jahrhunderts aus zwei sich perfekt ergĂ€nzenden Privatsammlungen der Hansestadt. Die Leihgaben kommen einmalig fĂŒr den Besuch ins Harzen-Kabinett, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugĂ€nglich zu machen. Die sonst im Privaten verborgenen, qualitĂ€tvollen Werke lassen die persönlichen Vorlieben der Sammlerinnen erkennen: Zu sehen sind in verschiedensten kĂŒnstlerischen Techniken eindrĂŒckliche Landschafts- und Figurenbilder italienischer, französischer, deutscher sowie einiger englischer KĂŒnstler*innen. Die rund 100 Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und kleineren GemĂ€lde – darunter eine Reihe reizvoller Ölstudien – stammen aus dem spĂ€ten 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Den Reigen der Landschaftsbilder eröffnet eine frĂŒhe Ölstudie des Franzosen Pierre-Henri de Valenciennes (1750–1819), der mit seinen in Rom und Umgebung entstandenen Pleinair-Studien als »Erfinder« der Freilichtmalerei bezeichnet werden kann. Zu den weiteren Höhepunkten zĂ€hlt das Bild eines sinnenden Mönches in den Ruinen der Caracalla-Thermen in Rom von Franz Ludwig Catel (1778–1856) und eine der seltenen in Italien entstandenen Pastellarbeiten von Max Liebermann (1847–1935): Seine Ansicht von Monte Oliveto bei Florenz von 1902 ist eine fast abstrakt zu nennende, vom gegenĂŒberliegenden Arno-Ufer aus festgehaltene Momentaufnahme. Ganz besonders dem Ausstellungstitel FIGUR UND LANDSCHAFT entsprechend ist das Aquarell des französischen KĂŒnstlers Henri Joseph Harpignies (1819–1916) von 1880, auf dem er seine Frau auf einem Waldweg trotz schwarzer Kleidung im gleißenden Sonnenlicht wunderbar erstrahlen lĂ€sst. FĂŒr die Generation der Impressionisten und Nachimpressionisten sind zwei BlĂ€tter hervorzuheben: Édouard Vuillard (1868–1940) zeichnete aus einem Fenster seiner Wohnung in Paris immer wieder den Square Berlioz an der Place Vintimille, heute Place Max-Adolph – so auch in diesem ĂŒberwĂ€ltigenden Pastell von 1915, mit dem er das zwischen den BĂ€umen flirrende Licht einfĂ€ngt; Berthe Morisot (1841–1895) skizzierte meisterhaft die sich streckende Figur eines KirschenpflĂŒckenden MĂ€dchens 1891 mit dem Rötelstift auf einen recht großen Bogen Papier.

Die Sammlerinnen, von denen die Leihgaben fĂŒr diese Ausstellung kommen, sind seit mehr als 20 Jahren in Hamburg tĂ€tig und erwerben ihre Werke – dem jeweiligen Profil ihrer Kollektionen entsprechend – bei Hamburger HĂ€ndlern ebenso wie im nationalen und internationalen Kunsthandel, auf Auktionen und beispielsweise auf dem alljĂ€hrlich im MĂ€rz stattfindenden Salon du Dessin in Paris, der wohl renommiertesten internationalen Kunstmesse fĂŒr Zeichnungen.

Die Ausstellung prĂ€sentiert unter anderem Werke folgender KĂŒnstler*innen: Oswald Achenbach, Giovanni Battista Bassi, Carl Gustav Carus, Franz Ludwig Catel, Johan Christian Dahl, Simon Denis, Johann Georg von Dillis, Johann Joachim Faber, Thomas Fearnley, Ercole Gigante, François-Marius Granet, Louis Gurlitt, Jakob Philipp Hackert, Henri Harpignies, Ferdinand Hodler, Emil Orlik, Franz Kobell, Max Liebermann, August Lucas, Adolph Menzel, Georges Michel, Berthe Morisot, EugĂšne Le Poittevin, Joseph Rebell, Johann Christian Reinhart, Ludwig Richter, Louise JosĂ©phine Sarazin de Belmont, Giovanni Domenico Tiepolo, Pierre-Henri de Valenciennes, Felix Valloton, Albert Venus, Édouard Vuillard, Robert Thorne Waite und Adrian Zingg.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Edition H. W. Fichter, Frankfurt am Main, 35 Euro). Die 114 weitgehend erstmals veröffentlichten und einzeln kommentierten Werke machen die Entwicklung der Kunst des 19. Jahrhunderts erlebbar. Die Publikation ist unter www.freunde-der-kunsthalle.de und im Museumsshop erhÀltlich.