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Walter Gramatté und Hamburg

Walter Gramatté (1897 - 1929), Bildnis Rosa Schapire (1874-1954), 1920, © Hamburger Kunsthalle / bpk  Foto: Christoph Irrgang

Presseinformation

WALTER GRAMATTÉ UND HAMBURG
AnlĂ€sslich einer großen Schenkung zeigt die Hamburger Kunsthalle eine Auswahl von 75 Werken aus ihrem reichen Bestand von mehr als 100 Arbeiten des Berliner Malers, Zeichners und Graphikers Walter GramattĂ© (1897-1929), dessen ƒuvre sich ab den 1920er Jahren stilistisch zwischen dem Expressionismus, dem Surrealismus, der Neuen Sachlichkeit und dem Magischen Realismus bewegt. Das kĂŒnstlerische Ć’uvre GramattĂ©s aus einer kurzen, nur rund zehn Jahre andauernden Wirkungszeit, lĂ€sst sich diesen Strömungen nicht eindeutig zuordnen und verleiht ihm dadurch eine eigenstĂ€ndige OriginalitĂ€t. Zu sehen sind PortrĂ€ts und SelbstportrĂ€ts sowie Landschaftsbilder und symbolische Werke, die hĂ€ufig von GramattĂ©s Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und seinem seit 1918 stark beeintrĂ€chtigten Gesundheitszustand geprĂ€gt sind. Die Arbeiten entstanden in Berlin, Barcelona, an der OstseekĂŒste bei Ahrenshoop sowie auf der Insel Hiddensee und in Hamburg. Mit der Hansestadt verband GramattĂ© viel. Er besuchte sie ab 1920 hĂ€ufig zusammen mit seiner Frau, der Komponistin Sonia Fridmann-GramattĂ© (1898–1974). Sie knĂŒpften hier enge Kontakte zur Kunstszene, unter anderem zu der Kunsthistorikerin Rosa Schapire (1874–1945), die ihn ebenso förderte wie die Hamburger Sammler Martha (1869-1958) und Paul Rauert (1863-1938) sowie Paul Sudeck (1866-1945), der ihn als Arzt im Eppendorfer Klinikum behandelte. Hamburg ist auch der Ort, wo Walter GramattĂ© im Februar 1929 an den Folgen seiner Kriegsverletzungen und einer Darmtuberkulose mit nur 32 Jahren verstarb. 
Im Jahr 2019 erhielt die Hamburger Kunsthalle von der Eckhardt-GramattĂ© Foundation im kanadischen Winnipeg – gegrĂŒndet von Ferdinand Eckhardt, dem zwei-ten Ehemann der Witwe Walter GramattĂ©s – 47 graphische Arbeiten des KĂŒnstlers sowie ein LandschaftsgemĂ€lde als großzĂŒgige Schenkung. Ein paar Jahre zuvor – 2016 – konnte mit dem Bildnis Rosa Schapire (von 1920) eine frĂŒhe wichtige Aquarellarbeit mit UnterstĂŒtzung der Freunde der Kunsthalle e. V. erstanden werden. Aber auch schon zu Lebzeiten des KĂŒnstlers erwarb die Kunsthalle ab 1920 bei den renommiertesten Hamburger Galerien unter dem damaligen Direktor Gustav Pauli Zeichnungen und Druckgraphik von GramattĂ©: Bei der noch heute existierenden Galerie Commeter, dem Kunstsalon Maria Kunde sowie direkt vom KĂŒnstler und spĂ€ter bei seiner Witwe. Nachdem der Kunstverein 1926 und 1932 Arbeiten von GramattĂ© ausgestellt hatte widmete die Kunsthalle dem KĂŒnstler noch im FrĂŒhjahr 1933 – vier Jahre nach seinem frĂŒhen Tod – eine erste mono-graphische Museumsausstellung. Diese wird im Rahmen der jetzigen PrĂ€sentation im Harzen-Kabinett der Hamburger Kunsthalle erstmals dokumentiert. Die Zeichnungen und zahlreichen Graphiken GramattĂ©s konnten trotz der Verfemung des KĂŒnstlers in der Zeit des Nationalsozialismus sicher in der Sammlung des Kupferstichkabinetts bewahrt werden. Walter GramattĂ© ist ein KĂŒnstler der »verschollenen Generation« der GeburtsjahrgĂ€nge zwischen 1890 und 1914, deren Werk erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs in ihrer kunsthistorischen Bedeutung wieder erkannt und gewĂŒrdigt wurden.
Finanziert von den Freunden der Kunsthalle e. V. ist begleitend zur Ausstellung im Harzen-Kabinett eine Publikation in der Serie «Kleine Reihe« erschienen. Neben der Zusammenstellung des Hamburger Bestan-des an Walter GramattĂ©-Werken wird ein Einblick in GramattĂ©s VerstĂ€ndnis von Landschaft und Figur, seine persönlichen Beziehungen zu Hamburg sowie die Ausstellungen seiner Werke in der Hansestadt zwischen 1920 und 1933 beleuchtet. Die Publikation (12,90 EURO) ist unter www.freunde-der-kunsthalle.de und im Museumsshop und erhĂ€ltlich. Der umfangreiche Sammlungsbestand – im Bereich der Graphik sicher einer der umfangreichsten in Deutschland – ist in seiner Gesamtheit auch online in der Datenbank der Kunsthalle einsehbar.


Die Publikation Walter Gramatté und Hamburg wurde ermöglicht von den Freunden der Kunsthalle.

 
pm_walter_gramatte_und_hamburg_verlaengert_bis_25._juli_2021.pdf