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Viermalvier / Fourtimesfour

Die Vier ist bedeutsam: Schaut man auf die europĂ€ische Geistesgeschichte teilen die vier Himmelsrichtungen die Welt ein, vier Tageszeiten den Ablauf des Tages, vier Elemente beschreiben der griechischen Naturphilosophie nach die Zusammensetzung der Welt. Die menschliche Entwicklung wird in vier Lebensphasen gegliedert, das Quartal dient der gleichmĂ€ĂŸigen rechnerischen BewĂ€ltigung der im Laufe eines Jahres unternommenen Projekte, der Vierteltakt steht fĂŒr Gewichtigkeit oder sogar MajestĂ€t in der Musik, das Quadrat fĂŒr Ebenmaß und das Viereck bildet die grundlegende geometrische Form der Architektur.

Die Ausstellung VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR greift die verschiedenen Bedeutungsebenen der Vier assoziativ auf und nimmt nach DIE ABSURDE SCHÖNHEIT DES RAUMES (2020) und OUT OF SPACE (2021) einmal mehr die Architektur der von Oswald Mathias Ungers geschaffenen Galerie der Gegenwart mit ihren besonderen rĂ€umlichen Bedingungen zum Ausgangspunkt einer kuratorischen Betrachtung. Vor 25 Jahren eröffnet, wird der helle GebĂ€udekomplex der Galerie der Gegenwart, deren Gestaltung im Inneren und Wahrnehmung im Äußeren durch die quadratische Formgebung bestimmt ist, immer wieder neu bespielt und interpretiert, durch die Kunst, die in ihm zu sehen ist. Die vier ĂŒber Eck angelegten AusstellungssĂ€le geben mit ihren jeweils vier WĂ€nden den Anlass fĂŒr eine HĂ€ngung, welche Raum, Mensch und Kunst in ein gleichberechtigtes VerhĂ€ltnis zueinander stellt.

Was lĂ€sst die Viererserie in der Kunst anklingen und welche Formen kann die BeschĂ€ftigung mit der Vier annehmen, gerade an einem Ort, welchem die Vier in Form des Quadrates unĂŒbersehbar zugrunde liegt? Die 18 Positionen (richtig gelesen: Achtzehn!) umfassende Ausstellung VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR ist hierbei bewusst assoziativ, rechnerisch falsch, unvollstĂ€ndig und regelbrĂŒchig. Doch gerade der Regelbruch möchte auf die Perfektion der Vier hinweisen. »When too perfect, lieber Gott böse« postulierte Nam June Paik, weswegen die Ausstellung auch ist wie sie ist: Zu kurze Laufzeit, viele Assoziationsmöglichkeiten fĂŒr die Betrachter*innen und eine HĂ€ngung, so prĂ€zise wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach.

VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR stellt hierbei eine um ausgewĂ€hlte GĂ€ste erweiterte SammlungsprĂ€sentation dar, welche aus dem Bestand Bekanntes mit Unbekanntem, bereits Gezeigtes mit noch nie PrĂ€sentiertem, Neues mit Altem vereint. Dabei verbindet die Ausstellung Werke des 17. Jahrhunderts mit Positionen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der zeitgenössischen Kunst. Alfons Muchas Lithographie-Folgen von 1897 treffen auf speziell fĂŒr die Ausstellung geschaffene auratische GemĂ€lde von Vivian Greven und eine raumgreifende Skulptur des aus Hamburg stammenden KĂŒnstlers Frank Gerritz von 2021 tritt in einen Dialog sowohl mit einem in den 1970er Jahren geschaffenen kinetischen Objekt von Tomitaro Nachi als auch einer kleinformatigen Studie Josef Albers von 1965. Den Auftakt der Ausstellung bildet David Novros mit seinem monumentalen, vierteiligen GemĂ€lde »Four Seasons« von 1974, in welchem er den wohl bekanntesten Konzertzyklus des Komponisten Antonio Vivaldi aufgreift und die Abfolge der vier SĂ€tze auf vier große quer- und hochrechteckige BildflĂ€chen ĂŒbertrĂ€gt. In GegenĂŒberstellung mit  »Vier Jahreszeiten. Opus 7. Der Mond ist aufgegangen« von Hanne Darboven, einem der aus ihren ZahlensystemÂ ĂŒbertragenen Notensysteme, und Hanns Kunitzbergers vier GemĂ€lden »1. HĂ€lfte 2019 I, II, III, IV« , welche in ihrer statuarischen Hochformatigkeit und dem Bewegung oder gar Ekstase assoziierenden flirren ihrer Farben die US-amerikanische Farbfeldmalerei und Minimal Art wie auch die »Die vier Apostel« eines Albrecht DĂŒrers anklingen lassen, ergibt sich formal, inhaltlich und medial eine spannungsgeladene Zusammenstellung, welche herausfordert die einzelnen kĂŒnstlerischen Positionen wie auch den Raum, zu welchem sie in Beziehung zu setzen und auf welchen sie ausgerichtet sind, neu zu befragen.

Haspa-Galerie
Seit vielen Jahren engagiert sich die Hamburger Sparkasse fĂŒr die Hamburger Kunsthalle. Als Zeichen des Dankes fĂŒr diese großzĂŒgige UnterstĂŒtzung heißt das 2. Obergeschoss der Galerie der Gegenwart, in der die Ausstellung gezeigt wird, seit Ende 2019 »Haspa-Galerie«.

Beteiligte KĂŒnstler*innen: Josef Albers, Elsbeth Arlt, Hanne Darboven, Frank Gerritz, Vivian Greven, Roni Horn, Donald Judd, Imi Knoebel, Hanns Kunitzberger, Dorothea Maetzel-Johannsen, Alfons Mucha, Tomitaro Nachi, Reinier Nooms gen. Zeeman, David Novros, Sigmar Polke, Franziska Reinbothe, Philipp Otto Runge, Fred Sandback

 

Kurator*innenfĂŒhrung / Viermalvier / Fourtimesfour

»Viermalvier / Fourtimesfour«.

Mit Ifee Tack

Unsere Kurator*innenfĂŒhrung ist immer ein besonderes Erlebnis - lassen Sie sich von Ifee Tack Co-Kuratorin der Ausstellung »Viermalvier / Fourtimesfour«., anhand ausgewĂ€hlter Werke durch unsere Sonderausstellung fĂŒhren.

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FĂŒhrungen zu Ausstellungen / Viermalvier / Fourtimesfour

Öffentliche FĂŒhrung

Mit Simon Schultz

Wir nehmen Sie mit auf eine Tour durch unsere Ausstellungen vor Ort!
Erfahrene Kunstvermittler*innen geben Ihnen eine EinfĂŒhrung in die Ausstellung »Viermalvier / Fourtimesfour«.

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Vater Mutter Kunst / Viermalvier / Fourtimesfour

Viermalvier / Fourtimesfour

FĂŒhrung der Freunde der Kunsthalle fĂŒr Eltern mit ihren Babys. Teilnahme 5 € pro Erwachsener, Nichtmitglieder zzgl. erm. Eintritt. Mit Rena Wiekhorst

Teilnahme: 5 € / fĂŒr Nichtmitglieder zzgl. Eintritt (Eintritt frei fĂŒr unter 26-JĂ€hrige). Eine Anmeldung ist erforderlich unter rena.wiekhorst@freunde-der-kunsthalle.de. Treffpunkt ist vor dem Museumsshop

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Acht Jahrhunderte Kunst

Die stÀndige Sammlung der Hamburger Kunsthalle
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